Das wilde Baltikum

Bei drückender Schwüle schwingen wir uns auf 's Motorrad und fahren Richtung Osten, wo wir endlich mal wieder aufatmen können. Im winzigen Dorf Jiedlitz, Kreis Bauzen, werden wir in tiefstem Sächsisch höchst freundlich begrüßt. Nachts hält uns ein bellender Hund auf Trapp und eine Fliege kitzelt immer wieder auf unserer Nasenspitze.

Mit Frühstück im Bauch und Schlager in den Ohren durchqueren wir Polen. Die geplanten Masuren verschieben wir, da unser Ziel Finnland ist. Noch ein Zwischenstopp in einer sehr gut bewerteten Unterkunft. Dies können wir allerdings nicht nachvollziehen, da direkt am Fenster permanent hupende Züge vorbeifahren.

Die letzten 500 Kilometer Landstraße ziehen sich endlos. Unser Hintern ist so platt, dass wir ihn erst wieder in Form bringen müssen. Wir fühlen uns um Jahre zurückversetzt müssen die Uhr aber eine Stunde vorstellen.

Im Supermarkt soll ich dem Fahrer ein Feierabendbier mitbringen. Da ich die Schrift in Litauen nicht lesen kann, wähle ich nach Optik. Der Campingplatz mit Blick auf die Kurische Nehrung ist traumhaft. Wir bauen das Zelt auf und Volker genießt beim Sonnenuntergang sein Bier mit Kirschgeschmack. Die Nacht wird mucksmäuschenstill.

Wir baden im Süßwasser (Kurisches Haff), denn die Ostsee ist vor der Kurischen Nehrung.

Mit der Fähre setzen wir in den Nationalpark über. Erst winkt man uns drauf, dann stellt man fest, dass sie voll ist und schickt uns wieder zurück, um auf die nächste zu warten. Wir sind einfach zu dick.

Eine schmale Straße durch Kiefernwälder führt bis zur russischen Grenze. Kurzer Adrenalinstoß zwecks Gegenüberstellung eines weißen Porsches. Beim Überholen kann er nicht mehr einscheren und wir sehen uns schon im Graben liegen. Erst als wir fast stehen, fädelt er sich direkt vor uns ein. Mit Schrecken in den Gliedern erreichen wir das malerische Nida. Hübsche Holzhäuser schmücken das Fischerdorf. Da die Nehrung zur schönsten Radstrecke Litauens gehört, ist hier entsprechenden viel los.

Der Weg führt uns weiter durch eine saftig grüne Landschaft. Egal, wie alt oder klein die Häuser sind, jedes ist umrundet von einem hübsch gepflegten und verzierten Garten. Wir erreichen Lettland. Auf unserer Route liegt der Berg der Kreuze. Eine Attraktion, nicht nur für Pilger. Zehntausende Kreuze in allen Größen und Formen wurden hierher gebracht. Mit diesem Meer an Kreuzen verschafft sich nicht nur der religiöse Glaube Ausdruck, sondern die ureigene Identität des Landes.

Kommentare: 5
  • #5

    Lutz (Montag, 13 August 2018 11:34)

    Servus Ihr Weltenbummler,
    das hört sich wieder nach einer tollen Abenteuerreise an, was der Modellname "ADV" ja schon vorgibt ;-)
    Freue mich auf super Fotos und spannende Berichte.
    Wünsche Euch herrliche Momente und allzeit gute Fahrt!

  • #4

    Schorsch (Montag, 13 August 2018 11:01)

    Servus Ihr 2,
    Ihr wart nicht zu dick für die Fähre, das Piraten-Kopftuch von Volker hat Euch die Überfahrt gekostet.
    Die Bilder von den Kreuzen beeindrucken mich wirklich sehr !!!
    Ich wünsche Euch weiterhin gute Fahrt und viel Spaß mit dem neuen Packesel LC

  • #3

    Jürgen (Montag, 13 August 2018 10:10)

    Hallo ihr zwei,
    das sieht ja mal wieder super aus!
    Herrliche Gegend und das Moped ist voll bepackt.
    Wünsche euch ganz viel Spaß und gute Erholung
    Freue mich schon auf weitere Fotos und Berichte.
    Allzeit gute Fahrt!
    Viele Grüße
    Jürgen

  • #2

    Werner (Sonntag, 12 August 2018)

    Hi C&V, wie immer tolle Bilder ! Weiter so und noch schönen Urlaub! LG Werner

  • #1

    travel-schaller@web.de (Sonntag, 12 August 2018 20:52)

    Hallo, hier könnt ihr gerne auch ein paar Kommentare hinterlassen.

    Viele Grüße Claudi & Volker